Funkamateure helfen bei Katastrophen

16. Februar 1962 - Sturmflut in Hamburg

Während der Hamburger Sturmflut 1962 hatten Polizei, Rettungs- und Hilfsdienste ihre eigenen Frequenzbereiche und waren nicht in der Lage, direkt miteinander zu kommunizieren. Funkamateure mit ihren durchstimmbaren Geräten konnten hier einfach aushelfen. Am Sonntagmorgen wurde im 9. Stockwerk des am Hauptbahnhof gelegenen Bezirksamtes im City-Hochhaus eine Feststation eingerichtet, beim Ortsamt Finkenwerder kamen eine Feststation und bei den beiden anderen Ortsämtern bewegliche Stationen zum Einsatz. Über 400 Funksprüche weitgehend im 80-Meter-Band wurden im Laufe von 29 Stunden bis zum Montagabend abgesetzt oder empfangen, Hilferufe nach Medikamenten, nach Essen und Ärzten angenommen und weitergeleitet, Telegramme an Angehörige aufgenommen und Nachrichten an andere Behörden und Privatpersonen vermittelt.

28. Dezember 1978 - Schneekatastrophe in Norddeutschland

Bei der Schneekatastrophe in Schleswig Holstein am 31. Dezember 1978, als es zum Ausfall von Strom- und Telefonnetzen kam und sich herausstellte, dass Hilfsorganisationen, Stromversorger, Bundeswehr und die damalige Bundespost aufgrund unterschiedlicher Funksysteme und Frequenzen nicht miteinander kommunizieren konnten. Funkamateure sprangen damals mit ihren zum Teil selbstgebauten Geräten in die Bresche und leiteten Nachrichten weiter, besetzten Leitstellen, Werkstattwagen, Hubschrauber und Panzer und ermöglichten die Koordinierung der Einsatzkräfte.

Notfunkverkehr durch Funkamateure

Als Notfunk (oder auch Katastrophenfunk) bezeichnet man
den Funkbetrieb, mit dem Funkamateure im Rahmen ihrer
Kommunikationsmöglichkeiten in Not- und
Katastrophensituationen Hilfe leisten. Funkamateure
unterstützen dann Hilfsorganisationen und andere 
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben 
(BOS), oder leiten empfangene Notrufe an diese weiter.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Notfunk

IARU: IARU-Emergency Communications Procedure German

Arbeitskreis Notfunk: https://aknotfunk.de/

Beispiele für Notfunkaktionen der Funkamateure

2. Juni 1928 – Nobile-Nordpolexpedition
1. Februar 1953 – Flutkatastrophe Niederlande
16. Februar 1962 – Sturmflut in Hamburg
28. Dezember 1978 – Schneekatastrophe in Norddeutschland
Juli 1983 – Überschwemmung in Blumenau, Brasilien
19. September 1985 – Erdbeben in Mexiko-Stadt
28. August 1988 – Flugzeugabsturz in Ramstein
7. Dezember 1988 – Erdbeben in Armenien
23. Februar 1999 – Lawinenunglück in Galtür
11. September 2001 – Anschläge auf das World Trade Center
14. August 2002 – Elbehochwasser Deutschland
26. Dezember 2004 – Seebeben im Indischen Ozean
3. August 2005 – Hurrikan Katrina
10. Januar 2010 – Erdbeben in Haiti
11. März 2011 – Erdbeben und Tsunami in Japan
26. Dezember 2011 – Sturmtief Dagmar, Skandinavien
20. Mai 2012 – Erdbeben der Stärke 6,0 in Norditalien

Quelle:  https://de.wikipedia.org/wiki/Notfunk

Notfunk und Amateurfunkdienst

Anders als von Vereinen immer wieder fälschlich suggeriert, spielt in Wirklichkeit der Amateurfunk beim Notfunk absolut keine Rolle.   (Stark gekürzt von DD6NT)

(Quelle: Funktelegramm 2/2017, Seite 38 - Kommentar von Nils Schiffhauer, DK8OK)

Deutlicher kann die Abfuhr der Bundesregierung nicht sein:

"Der Amateurfunkdienst ist kein Bestandteil der Planungen der Bundesregierung zur Bewältigung von Katastrophen- und Kriesenlagen". 

(Bitte auch um Beachtung der Fragen und Antwort zu den Punkten Nr. 17, Nr. 18 und Nr. 19.)

Copyright © 2007-2019  by DD6NT 

 

Quelle:   https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Parlamentarische-Anfragen/2016/18-10367.pdf?__blob=publicationFile&v=6
 
 
(Quelle: Funktelegramm 2/2017, Seite 38 - Kommentar von Nils Schiffhauer, DK8OK)
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